Hammerflügel von Konrad Graf , 1826 (Nr. 1118)

 


Conrad Graf war der beste Wiener Klavierbauer um 1820. Seine Flügel zeichnen sich durch ihren edlen singenden Ton, eine hervorragende schmiegsame Mechanik und ein für die damalige Zeit erstaunliches Klangvolumen aus. Kein Wunder, daß der späte Beethoven trotz seiner Gehörschwäche Graf-Flügel zum Komponieren benützte und daß sowohl Chopin wie auch Liszt bei ihren Wiener Konzerten auf seinen Flügeln mit Erfolg konzertierten ! Schubert hatte wohl nie einen Graf-Flügel unter seinen Händen - er wäre über ein so schönes Instrument sicher begeistert gewesen. Ich nahm auf diesem Flügel u.a. Schuberts Wandererfantasie, seine Impromptus und Moments musicaux und sieben seiner Sonaten auf ; auch begleitete ich darauf Elisabeth Söderström bei einer Auswahl von Schuberts Goethe-Liedern.

Im Gegensatz zu der Verstärkung des Rahmens durch Metallrippen bzw. durch den Gußrahmen späterer Klaviere hielt Conrad Graf bis zum Ende seiner Laufbahn (er starb in Wien 1851) an der prinzipiellen Holzbauweise fest. Dadurch erzielte er den typischen transparenten und obertonreichen „Wiener Klang". Es spricht für die Qualität seiner Bauweise, daß dieser Flügel fast 200 Jahre nach seiner Entstehung immer noch wie neu klingt. Das verdankt er aber auch der hervorragenden Restaurierung durch meinen unvergeßlichen Freund Alfred Watzek.

 

Paul Badura-Skoda

 

 

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