Hammerklavier des Meisters Johann SCHANTZ um 1790


 

Das Hammerklavier stammt aus der Werkstatt des Meisters Johann SCHANTZ um
1790 in Wien. Es handelt sich dabei um ein Meisterinstrument aus der Zeit der "Wien
er Klassik".
Die Mechanik ist die vom Klavierbaumeister STEIN erfundene "Wien er Mechanik"
mit Auslösung. Das Prinzip der Mechanik wurde von SCHANTZ weiterentwickelt und
in der Spielart derart ausgereift, dass dieses Instrument auch heute noch
konzertfähig einsetzbar ist.
Der Tastenumfang entspricht mit F1 - f3 dem Tonumfang, der bei Mozarts
Kompositionen anzutreffen ist. Man kann deshalb direkte Schlüsse auf das Klangbild
ziehen, das für die Entstehung der großen Werke die akustische Basis bildete.
Für den Pianist mit Hammerklaviererfahrung ist dieses Instrument im Konzertbetrieb
ein interessanter und charaktervoller Partner. Es sind Spielart, Klangcharakteristik
und Spielgefühl, die der Kenner dieser originalen historischen Instrumente schätzt.
Die Zuverlässigkeit der Mechanik bei diesem Instrument ist das Resultat
konsequenter Restaurierungsarbeiten, die Meister BADURA-SKODA immer wieder
durchführen lässt.
Dem Pianist, der den ersten Kontakt mit einem Hammerklavier hat, werden viele
kompositorische Feinheiten der Klassiker plötzlich logisch und selbstverständlich.
Dass zum Beispiel Verzierungen um einen Ton im Diskant komponiert wurden, um
die Tragfähigkeit des Tones hervorzuheben, oder dass das notierte "liegende" Pedal
über längere Passagen im Stück zwar am modernen Klavier nicht gut klingt, aber am
Hammerklavier sehr wohl die vom Komponisten erwünschten Effekte bringt.
Paul BADURA-SKODA, mit langjähriger .Erfahrung durch das Spielen dieser
Instrumente im Konzertbetrieb und seiner wissenschaftlichen Erforschung der
Komponisten der "Wien er Klassik", kennt alle diese Besonderheiten und weiß diese
Feinheiten perfekt einzusetzen.
Besichtigen kann man die berühmte Hammerklaviersammlung von Paul BADURASKODA
mit diesem SCHANTZ und vielen weiteren konzertfähig einsetzbaren
Instrumenten in der Ausstellung der Musikinstrumentensammlung Kremsmünster in
Oberösterreich.

 

Georg A. WATZEK, Klaviermacher